Stahl-Innovationspreis 20009 / Preisträger / RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG

Der Stahl-Innovationspreis - Die Preisträger 2009


3. Preis in der Kategorie Produkte aus Stahl

 

ICE - Innovative Chain Evolution

RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG
Friedensinsel
73432 Aalen

 

 




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Zum Heben schwerer Lasten sind Ketten aus geschweißtem Rundstahl immer noch das Mittel der Wahl. Sie sind scheinbar unverändert seit vielen Jahren im Markt bewährt, und werden dennoch stetig weiterentwickelt. Die neueste Generation der Kettensysteme des Unternehmens RUD zeigt, welch eine bedeutende Rolle der Werkstoff Stahl dabei spielt.

Zur Bestimmung der Tragfähigkeit werden Ketten in so genannte Güteklassen eingeordnet. Verbreitet ist die Güteklasse 8 nach DIN EN 818. Das heißt z. B., dass an eine Kette mit der Nenndicke von 13 mm eine Last von 5,3 Tonnen angehängt werden darf. Für das Kettensystem „Innovative Chain Evolution" wurde zusammen mit einem Stahlproduzenten eine Stahlsorte entwickelt, deren mechanische Eigenschaften bei Ketten bisher unerreicht waren. Ketten aus diesem Stahl entsprechen der Güteklasse 12. Damit erhöht sich die zulässige Tragkraft einer 13 mm dicken Kette um rund 50 % auf 8 Tonnen.

Dieser hochfeste Stahl ermöglicht es, dass jeweils die nächst geringere Kettennenndicke eingesetzt werden kann. In obigem Beispiel bedeutet dies, dass zum Erreichen der 8 Tonnen Tragkraft bislang eine Kette von 16 mm Dicke gebraucht wurde. Die Gewichtseinsparung beträgt etwa 30 %, was die Handhabung erheblich erleichtert.

Eine unter Sicherheitsaspekten notwendige Eigenschaft von Ketten ist es, eine deutliche, bleibende Verformung zu zeigen, bevor sie bei Überlast reißen. Dies zu erreichen, bedeutet eine besonders hohe Anforderung an hochfeste Stähle. Die neu entwickelte ICE-Kette erfüllt auch diesen Anspruch in vorbildlicher Weise. Die Bruchdehnung beträgt mindestens 25 %, das Material wird also bevor es reißt, um ein Viertel länger - eine sichtbare Verformung entsteht.

Auch bei tiefen Temperaturen zeigt dieser neue Stahl eine außergewöhnliche Zähigkeit. Diese wird durch so genannte Kerbschlagversuche nachgewiesen und ist beinahe doppelt so hoch wie bei anderen Stählen mit vergleichbarer Festigkeit.

Der Temperaturbereich, für den das Kettensystem ICE zugelassen ist, reicht von -60 °C bis +300 °C. Es ist also sowohl für den Einsatz in Arktis und Antarktis geeignet, als auch bei extremer Hitze, wie sie z. B. in der Nähe von Warmbehandlungsanlagen herrscht.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Kette ICE ist ihre eindeutige Kennzeichnung im Vergleich zu herkömmlichen Ketten geringerer Tragfähigkeit. Diese wird zum einen mit ihrer auffälligen Farbgebung ICE-Pink (RAL 4006 Verkehrspurpur) erreicht und zum anderen durch den Stempel der Güteklasse 12 auf jedem einzelnen Kettenglied.

Die Farbe ist gleichzeitig ein sicherer Indikator für den Einsatz bei unzulässig hohen Temperaturen, bei über 300 °C wird sie braunschwarz. Wurde die Kette einmal überhitzt, so darf sie nicht mehr verwendet werden, da ihre mechanischen Eigenschaften nicht mehr gewährleistet sind.

Mit dem Kettensystem ICE wurde ein Produkt auf den Markt gebracht, welches ein bisher nicht da gewesenes Leistungsspektrum bietet. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die exakt auf den vorgesehenen Verwendungszweck zugeschnittene Stahlsorte.


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Wenn Sie ausführlichere Informationen über diese Stahl-Innovationen wünschen, können Sie hier unsere Dokumentation zum Stahl-Innovationspreis 2009 als PDF-Dokument herunterladen.

 

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Stahl-Informations-Zentrum
Horst Woeckner
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