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Neues Kettensystem mit enormer Tragfähigkeit ICE - schwere Lasten leicht bewegt
Düsseldorf, 30. Juni 2009 - Das neue Kettensystem ICE - Innovative Chain Evolution der Firma RUD Ketten aus Aalen hat den Stahl-Innovationspreis 2009 in der Kategorie „Produkte aus Stahl" erhalten. Das Kettensystem bietet eine bisher nicht erreichte Tragfähigkeit in einem Temperaturbereich, der den Einsatz bei arktischen Temperaturen und in großer Hitze zulässt.
Zum Heben schwerer Lasten sind Ketten aus geschweißtem Rundstahl immer noch das Mittel der Wahl. Sie sind scheinbar unverändert seit vielen Jahren im Markt bewährt, und werden dennoch stetig weiterentwickelt. Die neueste Generation der Kettensysteme des Unternehmens RUD zeigt, welch eine bedeutende Rolle der Werkstoff Stahl dabei spielt.
Zur Bestimmung der Tragfähigkeit werden Ketten in so genannte Güteklassen eingeordnet. Verbreitet ist die Güteklasse 8 nach DIN EN 818. Das heißt z. B., dass an eine Kette mit der Nenndicke von 13 mm eine Last von 5,3 Tonnen angehängt werden darf. Für das Kettensystem „Innovative Chain Evolution" wurde zusammen mit einem Stahlproduzenten eine Stahlsorte entwickelt, deren mechanische Eigenschaften bei Ketten bisher unerreicht waren. Ketten aus diesem Stahl entsprechen der Güteklasse 12. Damit erhöht sich die zulässige Tragkraft einer 13 mm dicken Kette um rund 50 % auf 8 Tonnen, ein Wert, für den eine herkömmliche Kette der Güteklasse 8 mit 16 mm Dicke benötigt wurde.
ICE-Ketten mit bisher nicht erreichter Tragfähigkeit Dieser hochfeste Stahl ermöglicht es, dass für die gleiche Traglast jeweils die nächst geringere Kettennenndicke eingesetzt werden kann. Die Gewichtseinsparung beträgt etwa 30 %, was die Handhabung erheblich erleichtert.
Eine unter Sicherheitsaspekten notwendige Eigenschaft von Ketten besteht darin, deutliche, bleibende Verformungen zu zeigen, bevor sie bei Überlast reißen. Dies zu erreichen, bedeutet eine besonders hohe Anforderung an den eingesetzten Stahl. Die neu entwickelte ICE-Kette erfüllt auch diese Vorgabe in vorbildlicher Weise. Die Bruchdehnung beträgt mindestens 25 %, das Material wird also bevor es reißt um ein Viertel länger - eine sichtbare Verformung entsteht. So weit lässt man es im täglichen Betrieb nicht kommen. Es gibt einen festgelegten Grenzwert, der mit der im Kennzeichnungsanhänger integrierten Prüflehre kontrolliert werden kann. Solange dieser Grenzwert nicht erreicht ist, ist der sichere Einsatz der Kette gewährleistet.
Breiter Einsatzbereich Auch bei tiefen Temperaturen zeigt dieser neue Stahl eine außergewöhnliche Zähigkeit. Diese wird durch so genannte Kerbschlagversuche nachgewiesen und ist bei -60 °C mit einem Kerbschlagarbeitswert von mehr als 55 Joule beinahe doppelt so hoch wie bei anderen Stählen mit vergleichbarer Festigkeit. Herkömmliche Ketten der Güteklasse 8 haben schon bei -20 °C einen Kerbschlagarbeitswert von etwa 40 Joule. Bei noch tieferen Temperaturen fällt dieser wesentlich ab.
Der Temperaturbereich, für den das Kettensystem zugelassen ist, reicht von -60 °C bis +300 °C. ICE ist also sowohl für den Einsatz in Arktis und Antarktis geeignet, als auch bei extremer Hitze, wie sie z. B. in der Nähe von Wärmebehandlungsanlagen herrscht.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der Kette ist ihre eindeutige Kennzeichnung im Vergleich zu herkömmlichen Ketten geringerer Tragfähigkeit. Diese wird zum einen mit ihrer auffälligen Farbgebung ICE-Pink (RAL 4006 Verkehrspurpur) erreicht und zum anderen durch den Stempel der Güteklasse 12 auf jedem einzelnen Kettenglied. Eine Verwechslung wird so zuverlässig verhindert.
Farbe mit Funktion Die Farbe ist gleichzeitig ein sicherer Indikator für den Einsatz bei unzulässig hohen Temperaturen: Bei über 300 °C wird sie braunschwarz. Wurde die Kette einmal überhitzt, so darf sie nicht weiter verwendet werden, da ihre mechanischen Eigenschaften nicht mehr gewährleistet sind.
Mit dem Kettensystem ICE wurde ein Produkt auf den Markt gebracht, welches ein bisher nicht da gewesenes Leistungsspektrum bietet. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die exakt auf den vorgesehenen Verwendungszweck zugeschnittene Stahlsorte.
Kontakt: Horst Woeckner Stahl-Informations-Zentrum Sohnstr. 65 40237 Düsseldorf Tel: +49 (0)211 6707-849 Fax: +49 (0)211 6707-344 E-Mail: horst.woeckner@stahl-info.de
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