Bleche aus TRIP-Stählen werden aufgrund ihrer guten Festigkeits- und Kaltumformeigenschaften und ihres hohen Energieaufnahmevermögens vor allem für sicherheitsrelevante Karosseriestrukturbauteile in Automobilen eingesetzt.
Die Herstellung massiver Bauteile aus TRIP-Stählen befindet sich jedoch noch im Stadium der Erforschung. Warm- oder Halbwarmumformung und anschließende Abkühlung müssen in einem engen Prozessfenster ablaufen, das nicht ohne weiteres großtechnisch darstellbar ist. Insbesondere die in kleinen Schritten erforderlichen Formänderungen sowie der Abkühlungsablauf müssen zur Erzielung des spezifischen TRIP-Gefüges möglichst konstant über den gesamten Werkstückquerschnitt sein.
Am Lehrstuhl für Werkstoffe des Maschinenbaus der TU Chemnitz wurden neue Konzepte einer thermomechanischen Behandlung von niedriglegierten TRIP-Stählen entworfen und im Modell untersucht. Die daraus gewonnenen Ergebnisse wurden auf eine reale Prozesskette übertragen, die die Fertigungsschritte Halbwarmbohrungsdrücken, interkritisches Glühen und Kaltdrückwalzen enthält.
Die auf diese Weise aus Vollstäben umformtechnisch hergestellten hohlen Halbzeuge mit Bauteilfestigkeiten von bis zu 980 MPa und Restdehnungen von ca. 20 % zeigen, dass sich niedriglegierte TRIP-Stähle in einer Prozesskette mit schrittweiser Umformung bei geeigneter Wahl der Parameter zur Herstellung von Massivbauteilen eignen.