Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene kann den Individualverkehr deutlich entlasten. Ein Nachteil besteht allerdings in den Lärmemissionen von Güterzügen. Hauptursachen sind Rauigkeit der Radlauffläche durch die Klotzbremsen, die schwache Dämpfung im Rad und die längsstarre Achsführung.
Im Zuge des Gemeinschaftsforschungsprojekts LEILA-DG (Leichtes und lärmarmes Drehgestell) der TU Berlin mit Partnern aus der Industrie wurde ein neues Drehgestell für Güterwagen entwickelt. Die Achsaufhängung ist dabei elastisch ausgeführt, und beide Achsen sind über Kreuz mit Zugstäben verbunden. Dadurch ergibt sich ein Eigenlenkverhalten, welches die Reibung in Kurven erheblich reduziert. Die Bremsen wirken nicht mehr direkt auf die Laufflächen, sondern auf separate Bremsscheiben, die zudem die Struktur stark dämpfen. Die Feder-Dämpferelemente der Achsaufhängung sind nach innen verlegt, so dass deren Geräuschabstrahlung vom Rahmen abgeschirmt wird.
Diese Maßnahmen führten zu rund 18 dB geringeren Lärmemissionen. Der Energiebedarf bei Kurvenfahrt wird um bis zu 30 % vermindert. Die Zuladung pro Wagen erhöht sich um bis zu 1,5 Tonnen. Das Zulassungsverfahren steht kurz vor dem Abschluss, eine erste Serie von 100 Drehgestellen ist geplant.