Reduziertes Gewicht, verbesserte Qualität sowie geringere Fertigungs- und Betriebskosten zählen bei der Entwicklung von Schienenfahrzeugen zu den wichtigsten Zielen.
Der von Siemens in Kooperation mit den Lehrstühlen für Fertigungstechnologie und für Konstruktionstechnik der Universität Erlangen-Nürnberg völlig neu konzipierte Wagenkasten einer Niederflur-Straßenbahn erfüllt diese Anforderungen in besonderer Weise.
Zentrale Elemente der modularisierten Rohbaustruktur sind speziell gestaltete, tiefgezogene Knoten aus austenitischem nichtrostendem Stahl höherer Festigkeit. Diese werden mit der tragenden Außenbeplankung aus ebenfalls nichtrostendem Stahl und den innenliegenden Stahlprofilen verschweißt.
Durch die funktionsintegrierende Geometrie der Knotenelemente und die konsequente Umsetzung des Gleichteile-Konzepts konnten Teileanzahl und -vielfalt erheblich reduziert werden. Zusammen mit der Laserstrahlschweißtechnik führt dies zu einer etwa 10%igen Reduzierung der Fertigungskosten.
Die beanspruchungsgerechte Bauteiloptimierung trägt zudem zu deutlich verbesserten Struktureigenschaften und zu einem bis zu 5 % niedrigerem Rohbaugewicht im Vergleich zu dem bisher konventionell gefertigten Stahl-Wagenkasten bei.
Das innovative Konzept in Stahl-Leichtbauweise kommt in dem neuen Straßenbahntyp „Avenio" zum Einsatz, der voraussichtlich für Tel Aviv erstmals als achtteiliges Fahrzeug gebaut wird.