Tiefe Abbaugruben und ausgedehnte Brachen kennzeichnen die ehemaligen Tagebaustätten im Lausitzer Braunkohlerevier. Nach und nach verwandeln sich die stillgelegten Flächen in Europas größte künstliche Wasserlandschaft: das Lausitzer Seenland. Weithin sichtbar symbolisiert eine Landmarke den Wandel der Region. Die von dem Architekten Stefan Giers entworfene Skulptur erhebt sich auf dreieckigem Grundriss mit zwei ganz unterschiedlichen Gesichtern: Während sie sich zur Landseite mit bizarren Treppenläufen bis zur Plattform in 30 m Höhe öffnet, zeigt sie sich zur Seeseite geschlossen als großformatige Stele.
Der Aussichtsturm besteht durchgängig aus 6 mm dickem wetterfestem Baustahl. Decken und Fassadenbleche sind nicht nur sichtbare Oberflächen, sie bilden die Tragkonstruktion. Das Prinzip ihrer Fügung ist dem Schiffsbau entliehen: Innen liegende Rippen steifen die übereinandergestellten und miteinander verschweißten Hohlkästen aus. Das macht die Stahlkonstruktion leicht und zugleich stabil. In elementierten Einheiten wurden die Segmente zur Baustelle geliefert und mit geringem Aufwand montiert.
Wenn sich in einigen Jahren die Tagebaulöcher in idyllische Seen mit grünen Ufern verwandelt haben, wird die Landmarke mit ihrer ausdrucksstarken Patina an die bewegte Historie der Region erinnern.