|
Streckmetall aus Stahlblech findet in vielen Bereichen des Bauwesens Anwendung. Die Ingenieure Weischede, Herrmann und Partner und die Architekten Bez + Kock aus Stuttgart setzten dieses Material in einem fünfgeschossigen Gebäude in Göttingen erstmals als statisch tragendes Bauteil für die Seitenwangen einer Innentreppe ein. Entstanden ist eine auf die wesentlichen Tragelemente reduzierte Konstruktion, deren Leichtigkeit und Transparenz durch die kreative Verwendung eines bekannten Stahlprodukts möglich wird und der Architektur neue Impulse verleiht.
Die großzügige Treppenanlage aus Stahl greift mit ihrer eigenständigen Formensprache die experimentelle Gesamtkonzeption des interdisziplinären Laborgebäudes XLAB an der Universität Göttingen auf. Haupttragelemente der Treppe sind die Seitenwangen: statisch betrachtet zwei aufgelöste Träger mit einem Flacheisen als Ober- und Untergurt. Den Steg bilden Tafeln aus Rippenstreckmetall mit einer Stärke von 9,5/5 mm und einer Maschenweite von 110/40 mm. Verschweißt mit Ober- und Untergurt, dient das Streckmetall nicht nur als Geländerfüllung, es nimmt auch die Schubbeanspruchungen auf.
Die Konstruktion ist ein ästhetisches Highlight in einer innovativen Umgebung. Sie zeigt vorbildlich die Vielfalt konstruktiver Möglichkeiten im Umgang mit einfachen und kostengünstigen Bauprodukten aus Stahl.
---------------------------------------------------------------------------
|