Neue Technologie für Ausleger von Teleskop-Mobilkranen
Mit der Entwicklung einer neuen Auslegertechnologie für Autokrane verbesserte die Liebherr-Werk Ehingen GmbH deutlich deren Leistungsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit und Funktionalität. Im Jahr 1997 wurde das Unternehmen für diese innovative Technologie mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet.
Seit mehreren Jahren haben hochfeste wasservergütete Feinkornbaustähle im Kranbau zu bedeutenden Leistungssteigerungen geführt. Zuvor bestanden die Ausleger von Teleskop-Mobilkranen aus Schweißkonstruktionen, die ihre Stabilität im Wesentlichen durch eingeschweißte Verstärkungsrippen erhielten. Durch die Entwicklung eines speziellen Auslegerprofils gelang es Liebherr, die Tragfähigkeit von Autokranen zu erhöhen und diese hinsichtlich statischer sowie dynamischer Beanspruchbarkeit zu optimieren. Die Herstellung wurde durch eine vereinfachte Querschnittsform technologisch und wirtschaftlich verbessert. Abkantungen ersetzten dabei die bisher mit arbeitsaufwändigen Schweißarbeiten eingebrachten Verstärkungsrippen. Neben der Vergrößerung des Arbeitsbereiches wurde mit dieser kompakten Konstruktion aus wasservergüteten Feinkornbaustählen auch eine erhebliche Gewichtsreduzierung erreicht. Das Fahrgestell eines bisher sechsachsigen 160-Tonnen-Autokrans benötigte dadurch nur noch fünf Achsen, was Handhabung und Wendigkeit verbesserte. Gleichzeitig sanken die Herstellungskosten des Nutzfahrzeugs.
Heute werden Krantypen vom 50- bis zum 1.200-Tonner, vom 3- bis zum 9-Achser mit dieser Auslegertechnologie geliefert. Die maximale Teleskopauslegerlänge variiert zwischen 36 und 100 Metern. Wurden 1996 im Ehinger Werk jährlich rund 500 Kräne hergestellt, waren es im Jahr 2006 bereits mehr als 1.400. Der Umsatz konnte verdreifacht werden, die Zahl der Mitarbeiter stieg um 750 Arbeitskräfte.
|