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Airport-Terminal Berlin-Brandenburg International


Neues Airport-Terminal in Stahl und Glas

Düsseldorf, den 28.04.2011 - Mit dem Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) eröffnet kommendes Jahr Europas modernstes Luftfahrt-Drehkreuz. Der auf jährlich 25 Millionen Passagiere ausgelegte Flughafen knüpft mit seinen weiten, von rechten Winkeln bestimmten Hallen an die klassizistische Bautradition in Berlin an.

Das funktionale Herzstück des Hauptstadtflughafens bildet das rund 240 Meter lange und 200 Meter breite Terminalgebäude - eine elegant proportionierte, rechteckige Halle aus Stahl und Glas. Hier checken Reisende ein und verteilen sich anschließend auf die seitlich angrenzenden Piers mit den Fluggastbrücken und vorgelagerten Wartebereichen. Im zweiten Untergeschoss des Gebäudes kommen S-Bahnen und Fernzüge an, während die automobile Erschließung auf der breiten Vorfahrt in der Abflugebene erfolgt.

Auch architektonisch beherrscht das 34 Meter hohe Gebäude das Ensemble. Auffälligstes Merkmal ist die filigrane Scheibe des Hallendachs, die die Vorfahrt in voller Länge überspannt, getragen von bis zu 28 Meter hohen, schlanken Stützen.

Verantwortlich für die Planung des neuen Flughafens waren die Architekturbüros JSK International und von Gerkan, Marg und Partner (gmp). Gmp Architekten hatten bereits den 1974 eröffneten, wegen seiner logistischen Ausgereiftheit lange Zeit vorbildlichen Flughafen Berlin Tegel geplant, der mit Fertigstellung des Airports BBI stillgelegt wird.

Bis zu 6500 Menschen wird der Flughafen in Spitzenzeiten stündlich abfertigen, 85 Parkpositionen für Flugzeuge stehen zur Verfügung. Seine von Rechteckformen und orthogonalen Achsen bestimmte Anlage setzt sich in den Dachtragwerken der einzelnen Gebäude im kleinen Maßstab fort. Realisierung und Montage der 34 Meter hohen Terminalhalle lag in der Verantwortung von Eiffel Deutschland Stahltechnologie. Das Unternehmen löste die logistische Herausforderung durch einen hohen Anteil an Vorfertigung und eine ausgefeilte Baustellen- und Montagelogistik.

Dreigliedriges Haupttragwerk

Das Dach des Terminals ist als ebener 4,20 Meter hoher Trägerrost ausgebildet und hat eindrucksvolle Dimensionen: Jede Seite der 20 quadratischen Deckenfelder misst 43,75 Meter. Insgesamt 30 Pendelstützen tragen die Dachfelder. Das Hallendach ist am Stahlbetonkörper der Terminalbasis des mittleren Gebäuderiegels in der Terminalhalle an zwei Punkten horizontal ausgesteift. Um die Fläche von rund vier Hektar optisch anspruchvoll und wirtschaftlich zu überspannen, wählten die Ingenieure eine dreigliedrige Tragwerksstruktur, die fast vollständig an der Baustelle vorgefertigt und verschweißt wurde: Das 4,20 Meter hohe Primärtragwerk besteht aus Vollwandbindern mit Trapezprofilstegen aus 8 Millimeter dickem Stahlblech. An den vier Eckpunkten werden die Binder von Kapitellträgern aus Glattblech zusammengehalten, die ihrerseits ein Quadrat bilden. Das Kapitellkreuz lagert jeweils auf einer Pendelstütze aus gekreuzten parabolisch geformten Kastenträgern.

Diese Primärstruktur trägt das Sekundärtragwerk mit 37,5 Meter langen und rund 4 Meter hohen Fachwerkbindern aus Stahlhohlprofilen. Sie gliedern das rund 43 x 43 Meter große Feld des Quadrats in neun kleinere Quadranten. Den oberen Abschluss am Obergurt der Tragstruktur bildet das Tertiärtragwerk. Es überspannt den Raum in Diagonalrichtung und bildet dabei jeweils 12,5 auf 12,5 Meter große Felder. Die dreieckigen Fachwerkbinder aus Rechteckhohlprofilen sind 17,7 Meter lang und 1,7 Meter hoch. Auf diese Weise entstand nicht nur eine hocheffiziente, sondern auch ästhetisch ansprechende Konstruktion. Auf ihr liegen Trapezprofile mit dem äußeren Dachaufbau. Am Untergurt der Tragstruktur ist ein weiteres Tertiärtragwerk als Trägerrost ausgebildet. An die Rohrprofile des Rostes werden die textilen Membrangewebe der Deckenfelder befestigt, um eine gleichmäßig hinterleuchtete homogene Deckenuntersicht zu erhalten.

Auf der gesamten Dachfläche verlaufen entlang der Primärkonstruktion begehbare Catwalks und leitungsführende TGA-Trassen. An das Dachtragwerk schließen die Außenfassaden an, die als transparente Stahl-Glas-Konstruktion gestaltet wurden. Die Montage des Stahltragwerks erfolgte entsprechend einem Sondervorschlag von Eiffel Deutschland Stahltechnologie, mit zwei außerhalb des Dachbereichs aufgestellten Raupenkränen.

Zeit- und kostensparendes Montagekonzept

Die Umsetzung dieses zeit- und kostensparenden Konzeptes setzte die Vormontage großer Teilsegmente des Tragwerks in unmittelbarer Nähe des Bauplatzes voraus. Nachdem insgesamt fünf Lager- und Montageplätze rund um den Terminalrohbau eingerichtet und mit Hebetechnik ausgestattet worden waren, brachten Schwerlastfahrzeuge die Bauteile in kurzen Takten in den Schwenkbereich der Kräne. Die größten Tragwerkssegmente waren mehr als 50 Meter lang und wogen bis zu 123 Tonnen. Insgesamt 9.350 Tonnen Stahl wurden für Terminal und Piers verbaut. Nur 14 Monate nach Auftragsvergabe gelangte am 7. März 2010 das letzte Großbauteil an seinen Platz - der Innenausbau konnte beginnen. Am 3. Juni 2012 wird das erste Flugzeug planmäßig vom neuen Flughafen Berlin-Brandenburg abheben - womit ein neuer Abschnitt in der bewegten Luftfahrtgeschichte Berlins beginnt.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Hans Allkämper
Stahl-Informations-Zentrum
Sohnstraße 65
40237 Düsseldorf
Tel: +49 (0)211 6707-844
Fax: +49 (0)211 6707-344
E-Mail: hans.allkaemper@stahl-info.de

Visualisierung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg International mit Vogelschau

  Visualisierung des neuen Flughafens
  Berlin Brandenburg International mit
  Vogelschau
 
(Quelle: Björn Rolle, Berliner Flughafen /
   Stahl-Informations-Zentrum)


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Das weit gespannte Dach des Terminalgebäudes ruht auf 30 schlanken Stützen. Visualisierung der Auto-Zufahrt.

  Das weit gespannte Dach des
  Terminalgebäudes ruht auf 30 schlanken
  Stahlstützen.
  Visualisierung der Auto-Zufahrt.
  (Quelle: Björn Rolle, Flughafen Berlin /
   Stahl-Informations-Zentrum)

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Montage des Terminaldachs: Gut sichtbar ist das quadratische Raster mit der Tragschale für die Dachhaut aus Stahl-Trapezprofilen.

  Montage des Terminaldachs: Gut
  sichtbar ist das quadratische Raster
  mit der Tragschale für die Dachhaut
  aus Stahl-Trapezprofilen. 
  (Quelle: Dorothee Scheid, Eiffel
   Deutschland Stahltechnologie /
   Stahl-Informations-Zentrum)

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Ein Segment des Primärtragwerks wird vom Kran einghoben. 

  Ein Segment des Primärtragwerks
  wird vom Kran eingehoben.
  (Quelle: Eiffel Deutschland Stahl-
   technologie /Stahl-Informations-Zentrum)

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