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Designer-Marken schätzen Stahl
Düsseldorf, den 20.07.2011 - Auch wenn es nicht so aussieht: Der dritte Bauabschnitt des Designer-Outlets Roermond, der am 18. August 2011 eröffnet wird, ist konstruktiv ein reiner Stahlbau. Der Besucher schlendert allerdings sowohl im voll vermieteten Bestand als auch im neuen Teil durch Ladenstraßen, deren sichtbare Architektur die heimelige Atmosphäre einer historischen Kleinstadt vermittelt. Zum Erfolg dieses Konzepts tragen die Baugeschwindigkeit und Flexibilität des Stahltragwerks wesentlich bei.
Erfolge verlangen Fortsetzung
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Im Jahr 2001 eröffnete das Designer-Outlet Roermond nahe der deutsch-niederländischen Grenze. Mit der ersten Erweiterung vier Jahre später umfasste es schon 115 Geschäfte inklusive acht Restaurants und Cafés. Die jetzt abgeschlossene zweite Erweiterung erhöht die Anzahl der Geschäfte auf insgesamt 150 und die bebaute Fläche um 7.200 auf 35.200 Quadratmeter. Im laufenden Jahr erwartet das Outlet über vier Millionen Besucher, so der Manager Marc Bauwens, der die großräumige Anlage schon zum Einkaufscenter Nummer eins in ganz Europa aufsteigen sieht. 54 Prozent der Besucher sind Deutsche, vornehmlich aus den Ballungsräumen Köln-Düsseldorf und dem Ruhrgebiet.
Regionale Architektur aufgreifen
Und weshalb kommen so viele Besucher? Attraktiv sind sicher die Preise der Fashion- und Lifestyle-Marken, die ganzjährig um 20 bis 70 Prozent unter der unverbindlichen Empfehlung der Hersteller liegen. Einzigartig und unverwechselbar ist in diesem Outlet nahe dem Dreiländereck jedoch auch die Architektur, für die das ortsansässige Büro „Kernarchitecten" verantwortlich zeichnet. Rob van Leuven, Entwurfsarchitekt und Geschäftsführer, und sein Projektpartner Henk Wolters, Inhaber des Büros, orientierten sich gezielt am Stadtbild der historischen Fassaden von Stadt- und Gutshäusern sowie Schlössern der Provinz Limburg - der Region, in der Roermond liegt. So geht der Besucher an kleinteiligen Fassaden aus Fachwerk, Ziegeln oder Putz entlang, auch Sandstein und Granit sind dort zu finden. Er bummelt über kleine Plätze und entdeckt über den Shops im Erdgeschoss Stufengiebel und mit Schiefer oder Ziegeln gedeckte Steildächer.
Van Leuven sah auch mit der neuen Erweiterung die architektonische Herausforderung darin, „eine noch bessere Erlebniswelt zu kreieren, damit sich die Besucher in einer Altstadt wähnen, wobei sie - vielleicht sogar unbewusst - ihre eigene Region wiedererkennen". Die eingesetzte Kulissenarchitektur will also weiterhin den Besuchern die Geschichte und den regionalen Städtebau bewusst machen und näher bringen.
Flexible und schnell errichtete Stahltragwerke
Und was trägt die Ladenstadt tatsächlich? Im eigentlichen Wortsinn ist es eine reine Stahlkonstruktion, die mit allen aussteifenden und ergänzenden Elementen allein bei dem dritten Bauabschnitt ca. 418 Tonnen Stahl ergibt. Das Grundraster der Stahlstützen von 7,5 auf 7,5 Meter, was der kleinsten Ladeneinheit entspricht, war die einzige bautechnische Vorgabe der britischen Investoren- und Betreibergruppe McArthurGlen. Auf diesem Raster entstand ein Stahltragwerk aus vorgefertigten Trägerprofilen und Streben, deren Montageaufwand durch die Anlieferung auf der Baustelle just-in-time und die Verschraubung denkbar gering war. Je nach gewünschter Ladengröße konnten dabei zwischen einer und fünf Querachsen miteinander kombiniert werden. Einigen Shop-Betreibern gefallen die Stützen und Träger so gut, dass sie diese unverkleidet belassen.
Zur Straßenseite hin befindet sich ein tragendes Ständerwerk aus Stahl-Leichtbau-Elementen, deren Profile die wandbildenden Gipskartonplatten und die Wärmedämmung aufnehmen. Davor hängen die dünnen, durch Blechanker mit den Pfosten der Tragkonstruktion verbundenen Sichtfassaden, für die die Architekten unterschiedlich kombinierbare Bauelemente entworfen hatten. Die Ladeneinheiten werden durch leichte, mit dünnwandigen Stahlprofilen stabilisierte Trennwandsysteme unterteilt, die bei Bedarf mit geringem Aufwand versetzt werden können. Detaillierte Informationen zur Bauweise lassen sich in der Dokumentation 583 „Einkaufserlebnis in Stahl - Designer Outlets" des Stahl-Informations-Zentrums nachlesen.
Architektur und Marketingkonzept haben sich beim dritten Bauabschnitt, der in nur zehn Monaten fertig gestellt wurde, nicht geändert - ein sicheres Zeichen dafür, dass sich auch die Renditeerwartungen des Investors schon in der Vergangenheit erfüllt haben. Den Architekt Rob van Leuven haben an diesem Stahlbaukonzept „die Baugeschwindigkeit und die Flexibilität" begeistert. Er würde sich auch zukünftig bei anderen Bauvorhaben für diese Bauweise entscheiden: „Bestimmt ja! Wir bauen - mit Ausnahme vom traditionellen Wohnungsbau - sehr viel mit Stahl."
Somit sind vielleicht bei einem anhaltenden Verkaufserfolg im Designer-Outlet Roermond bald aller guten Dinge mehr als drei. Über der konkret geplanten Parkplatzerweiterung um 1.200 Plätze soll später eine zweite Parkebene aufgeständert werden - mit einer Tragkonstruktion aus Stahl.
Kontakt: Dipl.-Ing. Hans Allkämper Stahl-Informations-Zentrum Sohnstraße 65 40237 Düsseldorf Tel: +49 (0)211 6707-844 Fax: +49 (0)211 6707-344 E-Mail: hans.allkaemper@stahl-info.de
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