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Hautnah dabei dank Stahl Wiedereröffnung des Berliner Olympiastadions |
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Eines kann den Berliner Fußballfans bei der WM 2006 in Deutschland egal sein: das Wetter. Nach fast vierjähriger Bauzeit fasziniert die völlig modernisierte Arena durch ein riesiges, weit ausladendes Dach, dessen elegante Stahlkonstruktion die Fußballfans nicht im Regen stehen lässt.
Als das Berliner Olympiastadion am 28. Juli 2004 mit der symbolischen Schlüsselübergabe offiziell wieder eröffnet wurde, nahmen die Besucher des Spektakels die noch laufenden Umbauarbeiten außerhalb des Stadions gar nicht wahr. Der historische Charakter des Bauwerks musste erhalten bleiben. Das neue Dach durfte von außen nicht sichtbar sein. Kuppeldächer und Seilkonstruktionen fielen als Konstruktionsvarianten aus. Die Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner wählten daher eine eher traditionelle Dachkonstruktion mit Stützen. Für den gelungenen Umbau erhalten die Architekten sowie das Berliner Ingenieurbüro Krebs und Kiefer den Preis des Deutschen Stahlbaus 2004.
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(Foto: Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Berlin)
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Waren es im Wettbewerbsentwurf noch 26 Stützen, die die Hauptlast des Daches im Tribünenbereich tragen sollten, so sind es nach dem statischen Optimierungsprozess nur noch 22 schlanke Baumstützen mit einem Achsabstand von 32 bis 40 Meter. Die Stäbe haben einen kreisförmigen Vollquerschnitt, der Hauptstamm verjüngt sich vom Gabelungsknoten bis zur angeschmiedeten Fußplatte von 350 mm auf 250 mm. Aufgrund der enormen vertikalen Belastungen - ausgelegt ist jede Stütze für ca. 1.200 Tonnen - setzten die Tragwerksplaner vergüteten Schmiedestahl mit einer Streckgrenze von 735 N/mm² ein und führten den hochbeanspruchten Gabelungspunkt als Gussknoten aus. In Relation zum Dach wirken die Stützen daher dünn wie Mikado-Stäbchen.
Die kaum sichtbaren 132 Außenstützen aus Rundhohlprofilen sind aufgrund der weit auskragenden Fachwerkbinder zugbeansprucht, können diese Lasten aber nicht vollständig in den Stahlbetonring der oberen Tribünenkonstruktion weiterleiten. Das Gleichgewicht der Kräfte bewirkt nun ein umlaufender Außenring aus vorgefertigten Stahlbetonhohlkästen, der als Gegengewicht wirkt und in das äußere Dachtragwerk integriert ist. In Bereichen hoher abhebender Kräfte sind die Kammern des Hohlkastens zusätzlich mit Ortbeton verfüllt. |
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 Schnitt durch die Tribünen- und Dachkonstruktion (Foto: Architekten von Gerkan, Marg und Partner, Berlin)
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Die feingliedrige Stahlkonstruktion des mit einer Membran bespannten Daches legt sich wie ein horizontaler Streifen über das Stadion. Dieser Eindruck wird noch durch das spezielle Beleuchtungskonzept verstärkt, dass die Synthese von alt und neu bei Dunkelheit in spannungsvolle Beziehung setzt. Beim Neu- oder Umbau von modernen Wettkampfstätten wird es, wie in Berlin, künftig keinen Tribünenplatz mehr geben, der ohne Wetterschutz ist. Mit dem Baustoff Stahl und seinen optimalen Werkstoffeigenschaften lassen sich anspruchsvolle Tragkonstruktionen schlank und leicht realisieren.
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