Nachhaltig und ausgezeichnet:
Das Super C in Aachen
Gebäude, die ökologisch und ökonomisch besonders nachhaltig geplant und gebaut sind, tragen seit kurzem das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen. Eines der ausgezeichneten Objekte ist das "Super C" getaufte neue Verwaltungszentrum der RWTH Aachen. Seine energetische Effizienz verdankt das Gebäude nicht zuletzt der intelligenten Verwendung von Stahl.
Geringer Energieverbrauch in der Nutzungsphase und eine an den Bedürfnissen der nächsten Generation ausgerichtete rohstoff- und energiesparende Bauweise - solche Anforderungen stellen Investoren und Nutzer heute nicht nur an Wohnhäuser, sondern verstärkt auch an Büro- und Verwaltungsgebäude.
 Das Studien- und Verwaltungsgebäude "Super C" - eine Konstruktion aus Stahl und Glas. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum/Markus Kuhnhenne)
Am Anfang dieses Jahres wurde nun ein Zertifikat zur Auszeichnung vorbildlicher Neubauten ins Leben gerufen und auch zum ersten Mal verliehen: Insgesamt 16 besonders umweltfreundliche, ressourcenschonende und wirtschaftlich ausgeführte Gebäude erhielten bei der ersten Verleihung in München die vom Bundesbauministerium und der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) entwickelte Auszeichnung - unter ihnen auch das kürzlich fertig gestellte Super C in Aachen. So heißt das Verwaltungs- und Studienzentrum der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Der Name des von den Architektinnen Susanne Fritzer und Eva-Maria Pape entworfenen Gebäudes ergibt sich aus dessen Form: Von der Seite betrachtet gleichen das Untergeschoss, der Gebäudekörper und das weit auskragende Dachgeschoss dem Buchstaben C.
Dieses weit gespannte Dach war auch ein Grund für die positive Einschätzung der DGNB-Gutachter: Im Sommer spendet es Schatten und reduziert damit wirkungsvoll die Kühllast im Gebäude, während im Winter die tiefer stehende Sonne ihre Strahlen in die gläserne Südfassade des Gebäudes senden kann.
 Im Sommer bietet das weit gespannte Dach Schatten, im Winter scheinen wärmende Sonnenstrahlen durch die Glasfassade. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum/Markus Kuhnhenne)
Die Konstruktion des Dachs stellte die Planer des Stuttgarter Ingenieurbüros Schlaich Bergermann und Partner allerdings vor große Herausforderungen. Diese lösten sie mit Hilfe von Stahl. Die tragende Konstruktion des Dachgeschosses bilden vier 31 Meter lange Fachwerkträger, deren Ober- und Untergurte aus geschweißten offenen I-Profilen aus warm gewalzten Stahlblechen bestehen. Die Pfosten und Diagonalen der Träger werden ebenfalls von offenen Schweißprofilen mit 30 Zentimeter Durchmesser gebildet, die tragende Dachhülle von Stahl-Trapezprofilen. Die Fachwerkträger leiten die vertikalen Druck- und Zuglasten des um stolze 16 Meter auskragenden pultförmigen Dachs und seines Kopftragwerks über Elastomerlager und Spanngliedverankerungen in die Rückwand und in die massiven Stützen des Gebäudes.
Die Ingenieure hatten bei der Planung nicht nur Schnee und Windlasten zu berücksichtigen, sondern auch das Gewicht der Besucher. Das Dachgeschoss soll künftig nämlich als Tagungszentrum dienen, in dem sich bis zu 400 Personen aufhalten können. Pro Quadratmeter ist die Konstruktion für eine Verkehrslast von 500 Kilogramm ausgelegt - die dafür verwendeten 300 Tonnen Stahl gewährleisten Sicherheit auch in 27 Metern Höhe.
 Mit dem Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen ausgezeichnet - Das Super C in Aachen. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum/Markus Kuhnhenne)
Für das Nachhaltigkeits-Zertifikat in Bronze gaben noch andere energetische Pluspunkte des Super C den Ausschlag. So erleichtert eine konstruktive Besonderheit die natürliche Belüftung: Die Frischluft strömt im unteren Bereich des Raumes durch einen nach unten zu öffnenden Senk-Klapp-Flügel ein, um dann im oberen Bereich des Raumes durch einen ähnlichen Flügel wieder zu entweichen. Vor allem aber sieht das Energiekonzept die Nutzung von Erdwärme vor. Zu diesem Zweck wurde eine Erdwärmesonde 2.500 Meter tief in die Erde getrieben, die das Gebäude sowohl beheizen als auch kühlen kann. So entspricht das Super C in der Kombination seiner funktionalen Stahlkonstruktion und seines innovativen Energiekonzepts genau der Einschätzung, die Werner Sobek, Präsident der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen, bei der Verleihung von den Preisträgern gab: "Das ist Bauen für die Zukunft."
Kontakt: Hans Allkämper Stahl-Informations-Zentrum Sohnstraße 65 40237 Düsseldorf Tel: +49 (0)211 6707-844 Fax: +49 (0)211 6707-344 E-Mail: hans.allkaemper@stahl-info.de
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