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Ganz großes Kino auf der Edelstahlhülle
Das Leverkusener Bayer-Hochhaus verwandelt sich zur größten Medienfassade der Welt. Die frühere Konzernzentrale wird mit 5,6 Millionen LED-Leuchten bestückt - eingeflochten in ein witterungsbeständiges Edelstahlgewebe.
Jeder, der schon einmal auf der Autobahn von Düsseldorf nach Köln unterwegs war, kennt das Bayer-Kreuz. Am Rande des Leverkusener Bayer-Geländes kündet das 51 Meter hohe Firmenlogo vom Erfolg des weltweit bekannten Konzerns. 1712 Glühlampen erhellen das Wahrzeichen seit 1958 allabendlich. Im Spätsommer dieses Jahres erhält es nun ein dynamisches Pendant - ein zweites, digital illuminiertes Bayer-Kreuz. Die Bayer AG verwandelt das nicht mehr genutzte Hochhaus der Konzernzentrale in die größte Medienfassade der Welt. Von einem Zentralrechner gesteuert, lassen sich künftig sogar Filme auf der Hochhauswand abspielen.
 Nach der vollständigen Freilegung seines konstruktiven Kerns wird das Bayer-Hochhaus rundum mit Edelstahlgewebe bespannt. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum / Bayer AG)
Das 122 Meter hohe Gebäude wurde 1963 im Stil der Zeit als Hochhausscheibe errichtet. Zunächst sollte es abgerissen werden. Dann aber entschloss sich das Unternehmen, die voll intakte Stahlskelettkonstruktion auf ungewöhnliche Weise weiter zu nutzen: Das bis auf sein Tragwerk entkernte Gebäude wird rundum mit einem filigranen Edelstahl-Gewebe bespannt, in das 5,6 Millionen LED-Leuchten eingelassen sind. Das von der GKD Gebr. Kufferath hergestellte wetterfeste Material bedeckt eine Fläche von 17.500 Quadratmetern. „Auf ihr wird man beispielsweise ein Bayer-Kreuz sehen, das um das Gebäude herum zu fliegen scheint", beschreibt Roland Ellmann von der Bayer AG die visuelle Wirkung.
 Das Edelstahlgewebe Mediamesh: Als Träger der Dioden dienen U-förmige Profile, die in das Gewebe eingefügt sind. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum / GKD Gebr. Kufferath AG / ag4 media facade GmbH)
Das Geheimnis dieser technischen Meisterleistung ist ein kunstvoll verarbeitetes Edelstahl-Gewebe. Verwendet werden zwei Produkte des Dürener Unternehmens GKD: Die Gewebesysteme Illumesh und Mediamesh; für letzteres erhielt der Hersteller zusammen mit der ag4 media facade aus Köln 2006 den begehrten Stahl-Innovationspreis. Vier Fünftel des Gebäudes werden mit Illumesh bespannt: Hier beleuchten die LED-Dioden das Metallgewebe, wodurch eine großflächige indirekte und dadurch tiefgründige Leuchtwirkung erzeugt wird. In diese Gesamtfläche bettete man im Zentrum der beiden Hauptfassaden zwei lichtstarke Bildfelder ein - 40 mal 40 Meter groß. Diese Felder bestehen aus Mediamesh, bei dem die Dioden wasserdicht versiegelt in nach vorne geöffneten Profilen sitzen und direkt zu sehen sind. So hell, dass das neue Bayer-Kreuz auch tagsüber noch in fünf Kilometer Entfernung gut zu erkennen sein wird. Die tragende Textur von Mediamesh bildet eine dichte Folge horizontaler Edelstahlsprossen, die vertikal mit Edelstahlseilen verwoben sind. In kurzen Abständen sitzen Trägerhülsen in der Textur, in die man später die Profile mit den Leuchtdioden einschiebt. Da sich die Betrachter mindestens 50 Meter von der „Leinwand" entfernt befinden, gewährleistet der für Leverkusen gewählte 5-cm-Abstand der LED-bestückten Profile eine exzellente Bildauflösung.
 Die Edelstahltextur des Gewebes Illumesh wird durch aufmontierte Diodenprofile indirekt beleuchtet. (Quelle: Stahl-Informations-Zentrum / GKD Gebr. Kufferath AG / ag4 media facade GmbH)
Vor Anbringung der Edelstahlhülle wurden sämtliche Fenster entfernt. Das Tragwerk des Hochhauses ist Wind und Wetter ungeschützt ausgesetzt. Für Bayer eine willkommene Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit eigener Beschichtungsprodukte zu demonstrieren: Ein besonders langlebiger und damit äußerst wirtschaftlicher Decklack wird die 30.000 Quadratmeter messende Oberfläche der Stahlskelettkonstruktion zuverlässig vor Korrosion schützen.
Bei Bayer sieht man diesem Werbeträger mit Rekordabmessungen nicht ohne Stolz entgegen: „Wir bekennen uns damit zur Region und zeigen, dass wir in Sachen Kommunikation fortschrittlich denken und handeln", sagt Bayer-Vorstandschef Werner Wenning. Viele Leverkusener beschäftigt derweil eine andere Frage - jene, ob denn eines Tages auch die Kicker des Erstligisten Bayer Leverkusen auf der Riesenwand zu sehen sein werden.
Kontakt: Dipl.-Ing. Hans Allkämper Stahl-Informations-Zentrum Sohnstr. 65 40237 Düsseldorf Tel: +49 (0)211 6707-844 Fax: +49 (0)211 6707-344 E-Mail: hans.allkaemper@stahl-info.de
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