Aktuelles / Wissenswertes über Stahl

Die längste Schrägseilbrücke der Welt

 

Die Brücke von Korinth ist die längste Schrägseilbrücke der Welt  

Im Jahre 1889 hatte der damalige griechische Premierminister Harilaos Trikoupis eine Vision: Eine Verbindung zwischen Antirion auf dem griechischen Festland und Rion auf der Halbinsel Peloponnes. Das Projekt wurde vom griechischen Parlament diskutiert, doch die Ingenieure konstatierten: „Unmöglich“. Zu instabil sei der Meeresgrund, zu tief das Wasser des Golfes von Korinth, zu stark seien die Strömungen. Von den in dieser Region auftretenden Erdbeben gar nicht zu reden. So musste Trikoupis die Hoffnung auf die Erfüllung seines Traumes erst einmal begraben. 

Doch seit Sommer 2004 ist es soweit: Die Harilaos-Trikoupis-Brücke über den Golf von Korinth, das prestigeträchtigste Infrastrukturprojekt im modernen Griechenland, ist fertig gestellt. Im Juli 1998 legte Costas Simitis, damals Premierminister von Griechenland, den Grundstein. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen, fünf Jahre lang wurde anschließend gebaut, bis schließlich am 21. Mai das letzte Stück des 2.252 Meter langen Brückenbalkens montiert wurde.

Pünktlich am 12. August, einen Tag vor dem Beginn der Olympischen Spiele, war die Eröffnung für den Verkehr. Rund 750 Experten aus aller Welt arbeiteten an der Fertigstellung. Über 770 Millionen Euro kostete das sich aus vier Stahl-Harfen zusammensetzende Bauwerk. Gut 17.000 Tonnen Stahl wurden allein für die Pylonenköpfe sowie für die Haupt- und Vorlandbrücken verwendet. Ein knappes Drittel, 5.700 Tonnen Grobbleche, lieferte hierfür die Dillinger Hütte. Auch die Ilsenburger Grobblech GmbH, eine Tochter der Salzgitter AG, steuerte insgesamt rund 3.300 Tonnen Stahl zur Fertigung der Brücke bei. „Ein Jahrhundertbau“, so das Fazit der griechischen Presse über die 2.880 Meter lange Verbindung zwischen Antirion und Rion, bei dem Stahl der wichtigste Baustoff ist.


Damit die Brücke nämlich auf wirklich sicheren Füßen steht, mussten einige Vorkehrungen getroffen werden. Weil der Meeresgrund nicht belastbar genug war, wurde ein Raster aus Hunderten von Stahlrohren mit einem Durchmesser von je 2 Meter bis zu 30 Meter tief in den Boden getrieben. Hierüber wurde eine Kiesschicht gelegt. Der Durchmesser eines einzigen Brückenkopf-Pfeilers beträgt am Fußpunkt 90 Meter, doch entsprechend „gestählt“ ist der Boden nun in der Lage, das Gewicht der 170.000 Tonnen schweren Pylone, mit 225 Meter jeder höher als der Kölner Dom, zu tragen. Selbst die Kollision mit einem Tanker bringt die Brücke nicht zum Einsturz.
 

 

   
Seite 1 2